Gemeinderat plant Wachstum ohne Weitsicht

Aus dem Ortsgemeinderat Neuhofen – Sitzung 24.11.2020

Liebe Neuhöfer*innen,

Informationen zu der Gemeinderatsitzung in Neuhofen und die Position des Bündnis 90/ Die Grünen Ortsverbands zu der Neuaufstellung des Flächennutzungsplanes:

Mit der Neuaufstellung des Flächennutzungsplanes macht sich auch die Gemeinde Neuhofen Gedanken über Entwicklungspotentiale für die nächsten 15-20 Jahre. Im Gemeinderat wurden die ersten Ziele festgelegt und beschlossen. Diese gehen nun weiter in die Abstimmung mit der Verbandsgemeinde. Im Flächennutzungsplan bis 2035/40 sieht der Vorschlag des Rates ein Rekordwachstum für Neuhofen vor. Sollten die geplanten Flächen als Baugebiete erschlossen werden, erwarten wir einen Bevölkerungsanstieg um ca. +1.430 Personen (+19%). Basis der Annahme ist ein Vergleich mit dem letzten großen Baugebiet „Birkenhorst/Kupfernagel“ bei 3 Pers./Haushalt. Wollen wir dieses Wachstum mit all seinen Folgen für uns als Neuhöfer Bürger*innen?

Verbunden mit diesem Wachstum wäre eine Rekord-Versiegelung für Wohnbauflächen von 16,2 ha (22,7 Fußballfelder) in den Lagen: nördlich Eichelgarten und südlich Speyerer Wingert.

Zudem setzt sich der Rat mehrheitlich für eine neue Gewerbefläche in der Größe von 10,7ha (ca. 15 Fußballfelder) westlich der B9 (im Mutterstadter Horst) ein.

Eine weitere Rekordverschuldung durch Infrastrukturkosten und für die Betreuung ist absehbar: Wasserwirtschaft; Schule und Kindertagesstätten; Verkehrsbelastung; Unterhaltung der Straßen, Wege, Plätze u.a. mehr.

Es gibt Studien, die zeigen, dass eine Gewerbe- und Siedlungsexpansion nicht automatisch zu einer verbesserten Finanzlage der Kommune führt.

Unser GRÜNER Ortsverband sieht diese Entwicklung sehr kritisch und warnt auch vor weiteren Folgen dieser Expansionen:

  • Die Flächen sind aktuell wertvolle Ackerböden, die teils in ausgewiesenen Vorranggebieten für Naturschutz und Landschaftspflege liegen, oder in unmittelbarer Nähe von Naturschutzgebieten, die unsere Heimat prägen und ökologische Kostbarkeiten bieten.
  • Je weiter sich die Flächenversiegelung nach Außen fortsetzt, umso mehr werden natürliche Flächen zurückgedrängt und Erholungsraum geht verloren.
  • Unsere Böden sind ein wichtiges Gut, auf das wir angewiesen sind. Sie bieten den Tieren und Pflanzen Lebensraum, geben uns Nahrung, sind wichtiger CO2-Speicher und Trinkwasserfilter.

Der Gemeinderat hat entschieden – Im HIER und JETZT! In einer Wachstumsstrategie der alten Schule – Morgen? Übermorgen? Kommt schon!

Themen bleiben auf der Strecke: Klimawandel – Ökologie – Nachhaltigkeit und Bundes- und Landeszielplanungen zur Anpassungsstrategie an den Klimawandel.

Es grüßen Sie für den Ortsverband:
Anette Winter und Lutz Dreyer (Sprecher*in)

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